Der Heimat- und Museumsverein Kraichtal veranstaltet gemeinsam mit dem Verein Jüdisches Leben Kraichgau die „Jüdischen Wochen Kraichtal“.
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Julius Falk
Die Initiative „Stolpersteine Bad Schönborn“ hat die Biografie von Julius Falk zusammengestellt.
Würdigung für Leon Grünbaum
Vier Stolpersteine für Odenheim
Rede zum Holocaust Gedenktag in Kislau
Gemeinderätin Angelika Messmer
Schluss damit! Es muss doch endlich mal Ruhe sein- vorbei ist das- man muss auch vergessen können- was hat das noch mit uns zu tun- schon wieder Holocaust.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Wer kennt sie nicht diese und ähnliche Argumente, wer hat sie noch nicht gehört und gesehen all diese Verdränger, Entsorger, die glücklich-Spätgeborenen, die begnadeten Augen- zu- Kneifer in unserem Land? Warum fällt es uns mehr als 70 Jahre danach noch so schwer, uns unserer geschichtlichen Verantwortung zu stellen?
Weil Scham, Schuld, Reue und Bekenntnis angesichts des begangenen Verbrechens selten ein Bestandteil der individuellen Erinnerung unserer Eltern und Großeltern wurden. Vielmehr tauchten in der familiären Erinnerung oft Verharmlosung und angebliches Nichtwissen auf. Beteiligte Familienmitglieder wurden sogar als Opfer oder Helden geschildert. Täter erklären sich zu Verführten, Mitläufer zu Opfern. Sie entzogen sich ihrer Verantwortung- und Sie verkehrten die Opfer –Täter –Rolle.
Das Erbe das dadurch uns nachfolgenden Generationen bleibt, ist sich dieser geschichtlichen Verantwortung zu stellen, derer sich unsere Eltern und Großeltern entzogen haben. Nehmen wir diese Verantwortung an die meines Erachtens auf folgenden vier zentralen Aspekten beruht:
1. Dem Wahrheitsgemäßen Erinnern.
2. Der Fürsorge für Recht und Gerechtigkeit.
3. Der Erziehung zur Menschlichkeit.
4. Der Verantwortung für Freiheit und Demokratie.
Das heißt heute für uns:
Sich wahrheitsgemäß erinnern: Erinnern an die Millionen Menschen, die von den Nazis entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Das sind wir den Opfern und den mutigen Widerstandskämpfern schuldig, die dafür ihr Leben ließen.
Erinnern bedeutet auch, Sie dem Vergessen zu entreißen, Ihnen ihre Identität und ihre Namen und damit ihre Würde zurückzugeben und nicht in anonymer, staatspolitischer Weise „der Opfer des Nationalsozialismus“ zu gedenken, sondern erzählen wir die Geschichte dieses Vaters, dieser Mutter, dieses Mädchens, dieses Jungen, dieser Frau, dieses Mannes, denn die Millionen ermordeten Menschen sind einer und einer und einer…
Zu dieser Verantwortung gehört auch: Die Fürsorge für Recht und Gerechtigkeit.
Im Judentum gilt das Gebot der Gerechtigkeit für alle Menschen gleichermaßen. Recht tun und Recht fordern ist ein Grundsatz jüdischer Lebensanschauung und gehört zu den sieben elementaren Vorschriften im Judentum. So ruht auf diesen drei Dingen die Welt: auf Wahrheit, auf Recht, auf Frieden. In der Bibel steht dazu „Übt Recht und Gerechtigkeit und rettet die Beraubten aus der Hand des Unterdrückers. (Jer.22,3)

Ebenso gehört zu unserer Verantwortung die Erziehung zur Menschlichkeit:
Der Direktor eines amerikanischen Lyzeums pflegte zu Beginn eines jeden Schuljahres an die Lehrer seiner Schule Folgendes zu schreiben: Lieber Kollege, ich habe das Konzentrationslager überlebt. Meine Augen haben gesehen, was kein Mensch je sehen sollte: Gaskammern, von gebildeten Ingenieuren erbaut, Kinder von Ärzten vergiftet, die wussten was sie taten. Säuglinge von erfahrenen Pflegerinnen getötet, Frauen und Kinder von Menschen getötet und verbrannt, die das Abitur bestanden und die Universität abgeschlossen hatten. Deshalb misstraue ich der Bildung. Mein Anliegen ist: Helft euren Schülern MENSCHEN zu werden. Das Ergebnis eurer Mühen dürfen nicht wohlerzogene Monster sein, qualifizierte Psychopathen, gebildete Eichmanns. Lesen, schreiben, rechnen sind unwichtig, wenn Sie nicht dazu dienen, unsere Kinder zu mehr Menschlichkeit hinzuführen. (Der Direktor)
Die Verantwortung für Freiheit und Demokratie als letztes wichtiges Ziel.
Das jüdische Ehepaar F. und M. Langer, die sich nach dem Krieg in einem Waisenhaus in Krakau kennenlernten und 1950 nach Israel auswanderten, kamen 40Jahre später zu ihrem in Deutschland lebenden Sohn.
Ich zitiere: „Gerade waren wir in Deutschland angekommen. Und natürlich hatten wir es gesehen. Das Hakenkreuz groß und hässlich gepinselt an die Wand eines Supermarktes. Wir waren schockiert und wie gelähmt. Nachts sind wir dann losgezogen, mit Sprühflaschen in der Handtasche, weil wir es nicht mehr ertragen konnten. Doch als wir am Supermarkt ankamen, strahlte uns eine Sonne entgegen. Jemand anderes hatte es bereits erledigt. Wir waren glücklich“!
„Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit„ sagte der aus Baden stammende Jurist Robert Kempner. Sorgen wir dafür, dass ein lebendiges Erinnern in unserem kollektiven Gedächtnis verankert bleibt, damit solch ein Verbrechen niemals wieder unter aller Augen geschehen kann und bewahren wir uns das Erschauern vor dem Geschehenen, damit wir uns die Widerstandskraft unserer Menschlichkeit erhalten, denn es gilt auszuhalten, dass der Tod ein Meister aus Deutschland war.
Verneigen wir uns also heute und für immer vor den Opfern und den wahren Helden des Widerstands und hier und heute vor Ludwig Marum, der gestorben ist für die Freiheit.
Gedenkrede an der Ludwig Marum Stele Schloss Kislau anlässlich des Holocaust Gedenktages 2016 in Bad Schönborn
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Frohe Weihnachten und Glückliches Neujahr!
Das Bild zeigt das Kochbuch von Selma Isaac aus Langenbrücken. Familie Groß stellt es uns auch gerne für eine Ausstellung zur Verfügung und gehört jetzt auch zum Kreis der Unterstützer unserer Initiative. Besten Dank dafür!
Angie merkt dazu an: „Es zeigt, wie gut die jüdischen Mitbürger in ihre badische Heimat integriert waren, denn man interessierte sich auch für die regionale Küche und Gepflogenheiten, die sicher nicht nur koscher war. Übrigens; ein Überbleibsel aus der jüdischen Küche gibt es bei uns im Kraichgau noch mit dem Berches Brot, das man noch kaufen kann in Mingolsheim oder Kronau. Auch die älteren Frauen können das Berches noch backen. Die Bezeichnung „Berches “ oder Barchos oder Barchat stammt aus dem hebräischen Berachot ab, was Segen oder Segenssprüche bedeutet und am Sabbat gegessen wurde……Gelebte Heimatgeschichte“.
Wir wünschen allen Unterstützer*innen besinnliche Weihnachtstage und einen glücklichen Start in das neue Jahr 2016!
In 2016 werden die ersten Stolpersteine in Bad Schönborn verlegt. Die Nachkommen der Opfer und wir freuen uns darauf!
Gemeinderat gibt Grünes Licht!

Freudige Gesichter bei allen Unterstützern der Initiative „Stolpersteine Bad Schönborn“ gestern Abend im Gemeinderat: mit 14 Ja Stimmen gegen 4 Nein Stimmen und bei 2 Enthaltungen hat sich der Gemeinderat von Bad Schönborn das Anliegen der Initiative zu eigen gemacht.
Herzlichen Dank an Bürgermeister Klaus-Detlev Huge sowie an die Gemeinderäte der Freien Wähler, der SPD und der Grünen Liste für die Ja-Stimmen!
Die Initiative „Stolpersteine Bad Schönborn“ wird jetzt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bad Schönborn und dem Kreis der Unterstützer die nächsten Schritte abstimmen. Es bleibt etwas Zeit, um die Schicksale der Opfer aufzuarbeiten. Termine für die Verlegung der ersten fünf Stolpersteine sind ab September 2016 möglich.
Bild: Herbert Falk, der einzige überlebende Zeitzeuge, mit seiner Frau Claire (Quelle: Familie Herbert Falk)
Stolpersteine sollen an die Opfer erinnern
Bericht in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 26. November 2015
Besten Dank an Eike Schmidt-Lange, der ihn verfasst hat!
Bad Schönborn/Malsch (sl). Eine Bürgerinitiative will auch in Bad Schönborn die Gemeinde anregen, Stolpersteine gegen das Vergessen misshandelter jüdischer Bürger und Bürgerinnen verlegen zu lassen. Schon vor gut zwei Jahren hat die jetzt prämierte Aktionsgemeinschaft „Zeichen setzen“ durch eine Ausstellung insbesondere auf die letzten fünf jüdischen Einwohner von Mingolsheim und Langenbrücken hingewiesen.
Julius Falk, seine Schwester Elsa Falk und seine Frau Emma Falk sowie Franziska Moses und Selma Isaac wurden am 20. Oktober 1940 gezwungen, mit wenig Gepäck beim Rathaus Mingolsheim auf einen Lastwagen zu steigen, bevor man sie per Bahn ins südfranzösische Gurs verschleppte. Die ersten vier Genannten wurden rund zwei Jahre später in Auschwitz ermordet, während die Langenbrückenerin Selma Isaac im Lager Noé in Südfrankreich verstarb.
Weitere Fakten sind seit kurzem im Internet nachzulesen (www.stolpersteine-badschoenborn.de). Zu der forschenden Initiativgruppe gehört die Bad Schönborner Gemeinderätin Angelika Messmer, deren Vater bereits seit 1986 Schriften über die Juden von Malsch, Bad Schönborn und anderen Orten verfasst hat. Sie will diese Arbeit fortsetzen und trug zusammen mit Teamkollegen weitere Daten aus der Lebensgeschichte nicht nur der verschleppten Juden des Ortes zusammen.
Pfarrer Hans-Georg Schmitz aus Mingolsheim, früher Wiesloch, wünscht sich, dass sich weitere kundige Menschen finden, die wie in Malsch Auskunft geben können über frühere jüdische Einwohner. So hätten ihn kürzlich Bürger aus Malschs Nachbarorten informiert, dass man damals die jüdischen Händler aus Malsch gut gekannt und nach ihnen den Weg von Malschenberg hinunter nach Rauenberg den „Judenbuckel“ genannt habe.
Als Mitinitiator der Gruppe freut sich Gemeinderat Felix Harling, dass auch ein Kenner der Familienforschung dazugestoßen ist. Tobias Rachor ist einer der vier deutschen Kuratoren der internationalen Genealogieseite geni.com. Seine dort eingegliederte Datenbank umfasst inzwischen 225.000 Profile, also Informationen, die zum Ergänzen von Millionen von Stammbäumen beitragen. „Ich will mithelfen, dass die Millionen Opfer nicht nur eine anonyme Masse bleiben – sondern Menschen mit Namen und eigenen Biografien“, kommentierte er sein weltweites Engagement.
Pfarrer Schmitz bekräftigte, dass die Lebensläufe im Blick auf die geplanten Stolpersteine genug dokumentiert sind. Jetzt liege es an der Gemeinde. Ein Antrag auf Genehmigung der fünf Stolpersteine wird in diesen Tagen im Bad Schönborner Rathaus beraten.
Präsentation der Initiative für Gemeinderäte
Hans-Georg Schmitz hat auf Einladung von Bürgermeister Klaus-Detlev Huge die Initiative „Stolpersteine Bad Schönborn“ vor Gemeinderäten in Bad Schönborn vorgestellt.

Ich danke Ihnen für die Einladung! Ich bin Hans-Georg Schmitz und Pfarrer im Ruhestand. Wie kommt ein Neubürger – seit 4 Jahren jetzt in Bad Schönborn – dazu sich mit der hiesigen Ortsgeschichte zu befassen? Seit 30 Jahren staune ich über ein historisches Kleinod in Mingolsheim, dem ich bisher nie weiter nachgegangen war: den jüdischen Friedhof. Als ich auf die Aktion „Zeichen setzen“ angesprochen wurde, war ich beeindruckt, wie Schulen, Gemeinde und Bürger hier schon lange den Holocaust-Gedenktag gestalten. So beteiligte ich mich 2012 zur Vorbereitung der Ausstellung „Jüdisches Leben im Kraichgau“ bei der Erstellung einer Tafel über den Friedhof.
Quelle war für mich und alle Beteiligten das Buch von Willy Messmer, ein großer Schatz und unersetzliche Quelle. Kurz: Friedhof, dies Buch und das Engagement der letzten Jahre haben mich gepackt, und seither hänge ich am Thema fest. Dass ich eine Verantwortung und Verpflichtung dazu fühle, hat zwei Seiten: Durch die Begegnung mit Nachfahren der Malscher jüdischen Gemeinde wurde mir deutlich, wie begeistert sie sind, dass wir Ihnen jetzt einiges über ihre Ahnen erzählen und deren Häuser, Synagogen und Gräber zeigen können. Es ist für sie ein Zeichen, dass sie bei uns nicht völlig vergessen sind. Viele Alte erinnern sich noch an sie und haben sie oft auch vermisst. So bekamen die Besucher ein ganz anderes, positives Bild von Deutschland und ihrem Herkunftsort.
Fast noch stärker als den Nachkommen bin ich es aber mir selbst und unserm Land schuldig: Hier ist ein Teil unserer Geschichte, der sich über 700 Jahre zurückverfolgen lässt und fast vergessen ist. Das Motto lautet für mich also: „Sie waren ein Teil von uns“. Und sie bleiben es. Das möchte ich gemeinsam mit den Unterstützern der Initiative „Stolpersteine Bad Schönborn“ dokumentieren und mithelfen, dass auch künftig Schüler und Erwachsene sich ihrer Herkunft stellen können.
Einer von uns war etwa Herbert Falk, 1931 hier geboren. Seine Mutter Karoline und deren Vater Moritz Oestreicher starben schon 1936; es sind die letzten Gräber hier. Der Opa war ein kleiner Viehhändler. 1933 entzogen die Nazis ihm den Gewerbeschein, so dass er von ein wenig Handel, einem Ackerstück und Hypotheken auf sein geringes Vermögen leben musste. Noch kurz vor seinem Tod sollte sein Inventar zwangsversteigert werden, angesichts der Krankheit sah man davon ab. Als 1937 Herberts Tante Bertha nach USA emigrierte, wollte auch Oma Betty ihr folgen und besorgte bald die nötigen Papiere für sich, ihren Sohn Max und den Enkel Herbert. Herbert hatte sich nach dem Tod seiner Mutter ohnehin oft bei der Großmutter aufgehalten, drei Häuser nebenan; sein Vater Julius musste ja sehen, wie er etwas verdienen konnte. Dennoch machte er immer wieder kleine Unternehmungen mit seinem Sohn. Warum Julius nicht mit ausreisen wollte, ist uns noch unklar.
Manche Mitschüler dürften sich noch an Herbert erinnern, auch wenn er nur 1½ Jahre mit ihnen lernte und immer wieder vom Lehrer lächerlich gemacht und geschlagen wurde. Einen Monat nach der Kristallnacht, in der beide Wohnungen demoliert und geplündert worden waren, reisten sie per Schiff 3. Klasse nach Amerika. Herbert hat seine Altersgenossen nie wieder gesehen. Nur Willy Messmer besuchte ihn 1987 einmal in Amerika.
Durch Tobias Rachor, einen Ahnenforscher, der in Mingolsheim lebt und bei unserer Initiative mitarbeitet, kamen wir vor kurzem mit Herberts Tochter in Kontakt. Sie berichtete ihrem Vater von unserem Vorhaben und erhielt die gezeigten Fotos von ihm.
Das dunkelste Kapitel im Zusammenleben gipfelte in der Deportation vor genau 75 Jahren. Aufgrund der Landflucht gab es 1933 nur noch 14 jüdische Einwohner in Mingolsheim, hinzu kamen acht in Langenbrücken. Mindestens 5 von ihnen starben in den nächsten 4 Jahren, die meisten emigrierten. So lebten 1940 in Mingolsheim noch vier Personen, in Langenbrücken eine. Alle wurden deportiert und starben entweder im Lager in Südfrankreich oder wurden in Auschwitz ermordet. Wir wissen genau, wo ihre Häuser lagen. Dort, so unser Anliegen, sollen im Gehweg Stolpersteine verlegt werden, um namentlich an die früheren Mitbürger zu erinnern.
Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Prozesses der Erinnerung und Mahnung. Sie vergegenwärtigen heute und zukünftig das gewaltsam beendete Zusammenleben mit einem Teil unserer Bevölkerung. Zum anderen wissen viele der Nachfahren von dieser Aktion. Sie warten darauf, dass auch für Ihre Familienmitglieder solche Steine verlegt werden, und scheuen keine Anreise, um dabei zu sein. Es ist für sie eine Möglichkeit zur persönlichen Versöhnung mit der Leidensgeschichte in ihrer Familie. Auch für die heute in diesen Häusern Lebenden ist das oft von großer Bedeutung, wie wir etwa in Bruchsal erlebt haben. Als wir für die BNN das Foto in der Leopoldstraße aufnahmen, hat die Eigentümerin übrigens bereits signalisiert, dass sie zumindest keine Einwände hat. Auch von Seiten der Vertreter des heutigen Judentums gibt es in Baden keine Einwände.
Für unsere Initiative ist es aber ein Anliegen, an die vertriebenen und ermordeten Mitbürger nicht nur mit einer kleinen Messingtafel zu erinnern. Ein gutes Werkzeug dafür ist unsere Homepage. Sie ist seit wenigen Wochen freigeschaltet und soll laufend erweitert werden. Schülern wie Erwachsenen bietet sie eine einfache Möglichkeit, sich genauer über diesen Aspekt der Ortsgeschichte zu informieren. Hoffentlich regt sie viele auch an, uns weiteres Material wie eigene oder Familienerinnerungen, Fotos, Briefe und Gegenstände zu überlassen. Auch die Aufstellung von Informationstafeln im Zuge eines Konzepts für Ortsrundgänge würden wir sehr begrüßen. Wünschenswert wäre, dass diese so groß sind, dass sie auch eine Reihe von Fotos enthalten. Vielleicht kann unsere Homepage überhaupt einmal Teil des Internetauftritts von Bad Schönborn oder jedenfalls damit verlinkt werden.
Eine ganze Reihe von Personen hat schon dokumentiert, dass sie den Gedanken auch in Bad Schönborn Stolpersteine zu verlegen, unterstützen. Wir sind sehr dankbar dafür. In vielen Orten im Landkreis gibt es sie ja bereits; im Frühjahr wird auch Odenheim folgen. Nicht wenige Unterstützer haben ungefragt auch ihre finanziellen Beteiligung in Aussicht gestellt zu den Kosten von 120 € je Stück.
In Zukunft könnte in ähnlicher Weise an weitere Opfer der NS-Herrschaft erinnert werden, etwa Behinderte oder Sinti. Auch lebte eine größere Zahl von in Mingolsheim und Langebrücken Geborene in anderen Orten und wurde von dort aus deportiert und ermordet. Gehwege sind ja Eigentum der Kommune. Darum bitten wir den Gemeinderat herzlich, der Verlegung von Stolpersteinen in Bad Schönborn zuzustimmen und sich das Anliegen zu eigen zu machen!
Bildquelle: Screenshot der gezeigten Folien (von Felix Harling erstellt)





